Tagebuchschreiben mal anders
Warum ein Tagebuch schreiben?
Schreiben wirkt häufig sehr heilsam. Negative Erlebnisse werden dadurch besser verarbeitet; sogar wesentlich besser, als durch das Weitererzählen und das darüber Sprechen. Durch das Aufschreiben erfolgt eine Bewusstmachung. Was gut gelaufen ist, was weniger gut gelaufen ist. Es dient dem Innehalten im täglichen Leben. Es hilft, Distanz zu gewinnen und befreit dadurch.
Das Tagebuch ist eine Möglichkeit der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis. Wir können viel über unser Verhalten und unsere „blinden Flecke“ lernen.
Viele Menschen empfinden das Schreiben als kreativ und schöpferisch. Es kann zu den Tätigkeiten gehören, bei denen wir im Flow sind.
Zudem kann ein Tagebuch eine Kraftquelle für die Zukunft sein. Wenn wir einige Zeit später unser Tagebuch durchblättern, uns an unsere Erlebnisse erinnern und uns rückschauend darüber freuen können.
Soweit, so normal.
Jetzt kommt der Trick:
Schreibe ein Tagebuch nach dem folgenden Schema:
1. Tag: Danke
Schreibe drei Dinge der vergangenen Woche auf, für die du dankbar sein kannst. Das können alltägliche Sachen sein wie das Lachen spielender Kinder, genügend zu Essen zu haben oder die Sonnenstrahlen, die du genießen konntest. In meinem Tagebuch steht zum Beispiel der Regenbogen, den ich vor ein paar Tagen sah. Das gute Gespräch mit meiner Hundesitterin. Die Radtour mit meinen Kindern.
2. Tag: Schöne Zeiten
Schreibe etwa eine Minute über einen der schönsten Momente deines Lebens. Schreibe nur über eine Begebenheit und vergegenwärtige dir dieses Erlebnis. Erinnere dich, was du fühltest, sahst, hörtest, was genau passierte. Schreibe über diesen Moment und deine Gefühle. Das kann beispielsweise eine Phase der Verliebtheit sein, ein besonders schöner Urlaub oder eine glückliche Zeit mit einem dir nahestehenden Menschen.
3. Tag: Verlockende Zukunft
Wie wird deine Zukunft sein, wenn alles wirklich gut verläuft? Du hast dich für deine Ziele eingesetzt und sie erreicht. Du bist die Persönlichkeit, die du gerne sein möchtest und dein Privat- und Berufsleben ist nach deinen Wünschen und Vorstellungen verlaufen. Was ist dann? Wie und wer bist du? Wie ist dein Umfeld?
4. Tag: Danke-Brief
Schreibe einen Danke-Brief an einen Menschen, der dir in deinem Leben wichtig ist oder wichtig war (Eltern, Partner, gute Freunde, Mentor). Beschreibe in dem Brief, was diese Person in deinem Leben bewirkt hat und wofür du dich bei ihr bedankst. Wenn du diesem Menschen eine besondere Freude machen möchtest, solltest du ihm diesen Danke-Brief schicken. Wir bekommen nicht oft Dankesbriefe. Umso mehr wird sich der Empfänger darüber freuen.
5. Tag: Positive Wochenschau
Denke an die vergangene Woche und notiere drei Dinge, die gut gelaufen sind. Auch hier können die Ereignisse trivial sein. Wichtiger als die „Größe“ des Geschehens ist die geistige Beschäftigung mit positiven Themen. Beispiele: die S-Bahn war pünktlich, dein Nachbar hat ein Paket für dich angenommen und du musst daher nicht zur Post fahren , ein Projekt bei der Arbeit verlief gut.
6. Tag: fertig –
entspannen und beobachten, wie deine Stimmung ist.
Sie sollte angestiegen sein, weil du in dieser Woche deinen Fokus auf die positiven Seiten deines Lebens ausgerichtet hast.
Du kannst diese Eintragungen so oft du möchtest wiederholen, oder auch eine Weile zwischendurch aussetzen.
Warum diese Art von Tagebuch?
Die hier ausgewählten Tagebucheintragungen sind das Ergebnis diverser Studien. Die Strategie, die für das Glücksempfinden die besten Ergebnisse brachte, wurde für dieses besondere Tagebuch übernommen. Ausführliche Beschreibungen dazu findest du in dem Buch: „Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern“ von Richard Wiseman. Das Buch enthält viele interessante, wissenschaftlich belegte Techniken zum Umgang mit verschiedenen alltäglichen Situationen.
Zum Danke-Brief äußert sich auch Vera F. Birkenbihl in ihrem Buch: „Jeden Tag weniger ärgern“
Related posts:



Posted in
Tags: 